Von Goldrausch und geraspelten Schlümpfen

Von Ilke S. Prick (Text) und Ulrike Jensen (Fotos)

Ob es wohl noch weit sei, fragten wir uns im vergangenen Herbst, als die Welt noch im gewohnten Modus lief und Workshops möglich waren. Die Namen der S-Bahn-Stationen, die wir passierten, waren uns nahezu unbekannt, und die Gegend vorm Waggonfenster wurde grün und grüner. Unser Ziel war Lichtenrade. Einer dieser Bezirke, in die man schon immer mal fahren wollte, nur irgendwie … Hm. Doch nun waren wir auf dem Weg, die wunderbare Illustratorin und Spreeautoren-Kollegin Ulrike Jensen und ich. Gemeinsam wollten wir in Lichtenrade eine Werkstatt anbieten, in der Kinder ihr eigenes ABC gestalten können: das Kiez-ABC.

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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Katja Spitzer

© Foto: Sebastian Gievert

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Name: Katja Spitzer
geboren in: Zerbst
seit wann in Berlin: 2011
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Die „Geschichten aus der Murkelei“ von Hans Fallada mit den skurrilen Figuren darin habe ich sehr geliebt. Dazu kamen die abgründigen Illustrationen von Hans Ticha. Besonderen Eindruck auf mich haben die Höllenhunde „Gier“ und „Neid“ mit ihren großen Mäulern und spitzen Zähnen gemacht. „Das Wildpferd unterm Kachelofen“ von Christoph Hein mit Illustrationen von Manfred Bofinger mochte ich sehr. Seitdem weiß ich, was ein Clochard ist. Ein fantastisches Buch ist „Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel“ von Franz Fühmann mit Illustrationen von Egbert Herfurth. Das ist ein Buch über Sprache und schon der Titel ist großartig.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Ich habe mir schon als Kind oft gemerkt, wer die Bilder in den Büchern gemacht hat. In der DDR gab es fantastische Illustratoren wie Volker Pfüller, Egbert Herfurth, Ruth Knorr, Albrecht von Bodecker, Manfred Bofinger oder Hans Ticha. Ihre Stile konnte ich schnell unterscheiden. Nach dem Abitur hab ich erst mal Kunstgeschichte und Geschichte studiert. Eine Freundin hat mir irgendwann vom Illustrationsstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig erzählt. Ich habe mir dann die Jahresausstellung der Illustrationsklasse von Volker Pfüller angeschaut und wusste, dass ich genau das machen wollte!

3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Meistens wild und chaotisch. Voller Bücher, Skizzenbücher und Krimskrams. Obwohl ich ständig aufräume, bleibt es leider nie lange ordentlich. 

© Foto: Sebastian Gievert
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Operation Herzensprojekte

© Fotocenter Berlin

Von Kathrin Köller

Im Frühjahr 2019 hat sich Kristina Heldmann für die Kunst entschieden. Mal wieder. Dabei hatte die Illustratorin gerade einen PR-Job angenommen, damit mal ein bisschen Geld in die Familienkasse fließt. Doch ein kleiner, aber feiner Verlag will ihr Buch verlegen. Ein Kunstsachbuch soll es werden, das Klimawandel und Klimaschutz für Kinder ansprechend erklärt. Ein Herzensprojekt. Für die Zukunft der Kinder hängt Kristina Heldmann den Brotjob an den Nagel und verschreibt sich ganz der Kunst. Und der Wissenschaft. Denn weil das Honorar schon für eine Person nicht reicht, übernimmt die Künstlerin auch die Autorenrolle, interviewt Wissenschaftler und macht daraus knackige, für Kinder verständliche Texte. Wie sie über die Runden kommt, stellt sie hinten an. Sie arbeitet ohne Unterlass, denn irgendwann, wenn das Buch erscheint, dann ist das ihr Lohn.

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Links im Monat Mai

Foto: © Kirsten Reinhardt

Lesungen in Zeiten von Corona
Im Moment fallen alle Lesungen aus. Viele Autor*innen lesen aber trotzdem. Im Netz! Zum Beispiel liest Spreeautorin Cally Stronk auf ihrer Facebookseite aus ihrem Buch „Leonie Looping“. Kirsten Reinhardt liest auf ihrem youtube-Kanal aus „Der Kaugummigraf“.

Weitere Online-Lesungen
Der Autor und Buchpreisträger Saša Stanišić arbeitet gerade an seinem ersten Kinderbuch. Eine Kostprobe aus den „Taxigeschichten“, die voraussichtlich im Frühjahr 2021 beim mairisch Verlag erscheinen werden, gibt es hier.

Zum Nachschauen
„Kultur trotz(t) Corona“ heißt eine neue Reihe der Sendung Kulturzeit auf 3sat. Darin melden sich Menschen aus verschiedenen Bereichen der Kultur zu Wort. Auch Kinderbuchschaffende wurden interviewt. Zum Beispiel die Illustratorinnen Antje Damm und Regina Kehn.

Zum Nachlesen
Holly-Jane Rahlens hat den Bücherkindern ein schönes Interview gegeben.

Preisregen!
Wir gratulieren unseren SpreeautorInnen zu folgenden Auszeichnungen und Stipendien:
– Holly-Jane Rahlens
Für das Hörspiel „Stella Menzel und der goldene Faden“ erhielt Holly-Jane Rahlens den 3. Preis des Kinderhörspielpreises des MDR-Rundfunkrates. Der Preis wurde bereits zum 14. Mal verliehen.
– Nele Brönner
Nele Brönner wurde mit dem Comicstipendium des Berliner Senats ausgezeichnet. Für ihr Projekt „Pferdemädchen“ erhält die Illustratorin eine Förderung von 24 000 Euro. Mit dem Preis wird die künstlerische Weiterentwicklung von Comickünstler*innen unterstützt.
– Thilo Krapp
Für seine Graphic Novel „20 000 Meilen unter dem Meer“ (nach Jules Verne) hat Spreeautor und -illustrator Thilo Krapp das Bild-Kunst-Stipendium (Stiftung Kulturwerk – VG Bild-Kunst) erhalten. Aktuelle Informationen über die Entwicklung des Comics findet man auf seiner Website/seinem Blog.

Fusseln zwischen meinen Zehen – ein Corona-Gedicht

Foto: © privat

Von Andreas Hartmann

Anfangs war es ja noch schön, den ganzen Tag zu Haus.
Unterricht im Schlafanzug, und niemand fragt mich aus.
Kein Wecker nervt um sechs Uhr früh, Ma ruft nicht: „Halt dich ran!“
Vokabeltests und Matheprüfung gibt’s erst irgendwann.
Neue Wörter lern ich auch, zum Beispiel Pandemie.
Paps Büro ist jetzt daheim. Wir schnuffeln oft wie nie!

Doch langsam wird es mir zu blöd. Die Zeit, sie macht sich lang.
Freunde darf ich jetzt nicht sehen, denn davon wird man krank.
Kein Quatsch mit andren in der Schule, auf dem Pausenhof.
Den ganzen Tag mit mir zu Haus – so langsam wird’s mal doof.
Das Wetter ist ein Frühlingstraum, schönster Sonnenschein.
Doch draußen nur spazieren gehen, und das auch noch allein?

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